Övörkhangai
Өвөрхангай
Övörkhangai liegt in der zentral-südlichen Mongolei, wo die südlichen Hänge des Khangai-Gebirges in offene Steppe und den nördlichen Rand der Gobi abfallen.
Övörkhangai ist eine der geografisch ausgewogensten Provinzen der Mongolei und verbindet Bergweiden, Flusstäler, trockene Steppe, Mineralquellen und Halbwüstenebenen. Die nördlichen Distrikte werden vom Khangai-Gebirge und dem Orkhon-Flussbecken geprägt, während der Süden trockener und offener wird und einen natürlichen Korridor zwischen der Zentralmongolei und der Gobi bildet. Die Kulturlandschaft des Orkhon-Tals gibt der Provinz eine außergewöhnliche Verbindung aus Landschaft und historischer Tiefe.
Die Provinz wurde 1931 gegründet, doch ihre historische Bedeutung ist weit älter. Kharkhorin, nahe dem Standort Karakorums, war im 13. Jahrhundert Hauptstadt des Mongolischen Reiches, und das Kloster Erdene Zuu wurde später zu einem der wichtigsten buddhistischen Zentren der Mongolei. Övörkhangai nimmt daher sowohl in der imperialen als auch in der religiösen Geschichte einen zentralen Platz ein.
Övörkhangai ist eng mit der Khalkha-mongolischen Hirtenkultur, Pferdezucht, Ringen, Milchprodukten und sommerlichen Naadam-Feiern verbunden. Rund um Kharkhorin und das Orkhon-Tal wird die lokale Identität außerdem durch buddhistisches Erbe, Pilgerwesen und die Erinnerung an die imperiale Vergangenheit der Mongolei geprägt. In den nördlichen Distrikten sind Yak-Haltung und Bergweideleben besonders sichtbar.
Viehzucht bleibt die Grundlage der Provinzwirtschaft, besonders Schafe, Ziegen, Pferde, Rinder und Yaks. Tourismus ist ebenfalls wichtig wegen Kharkhorin, des Erdene-Zuu-Klosters, des Tövkhön-Klosters, des Orkhon-Tals und heißer Quellen wie Khujirt. Landwirtschaft, lokaler Handel, Bauwesen und kleine Dienstleistungen stützen das regionale Zentrum Arvaikheer.
Die Provinz gehört zu den wichtigsten Kulturreisezielen der Mongolei. Besucher kommen, um das Erdene-Zuu-Kloster, die Ruinen- und Museumslandschaft des alten Karakorum, das Tövkhön-Kloster im Khangai-Gebirge, die Kulturlandschaft des Orkhon-Tals, die heißen Quellen von Khujirt und die weite Hirtenlandschaft um Bat-Ölzii zu sehen. Sie ist besonders lohnend für Reisende, die sich für das Zusammenspiel von Geschichte, Buddhismus, Landschaft und nomadischem Leben interessieren.
Die beste Reisezeit ist von Juni bis September, wenn die Grasländer grün sind, Bergstraßen besser befahrbar sind und Feste stattfinden. Kharkhorin ist von Ulaanbaatar über eine asphaltierte Straße erreichbar und oft Teil zentralmongolischer Routen, während das Tövkhön-Kloster und das Orkhon-Tal mehr Zeit, ein zuverlässiges Fahrzeug und lokale Führung erfordern. Reisende sollten zusätzliche Tage einplanen, wenn sie weiter nach Archangai, Bayankhongor oder in die Gobi fahren.
Der Name Övörkhangai bedeutet „südlicher Khangai“ und spiegelt die Lage auf der Südseite des Khangai-Gebirges wider. Die Provinz umfasst Kharkhorin, die moderne Stadt neben der ehemaligen Reichshauptstadt Karakorum. Das Erdene-Zuu-Kloster wurde nahe der alten Hauptstadt errichtet und bleibt eine der symbolträchtigsten buddhistischen Stätten der Mongolei.
Övörkhangai ist bemerkenswert, weil es imperiale Geschichte, buddhistisches Erbe, Bergsteppenlandschaften und lebendige Hirtenkultur der Mongolei in einer zugänglichen zentralen Provinz zusammenführt.
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